Jahresbericht 2025

Jahresbericht NSL 2025

Liebe Mitglieder

2025 war ein Jahr voller Aktivitäten und Neuerungen, welche dank eurem Vertrauen in unseren Verein und den zahlreichen Einsätzen ermöglicht wurden – herzlichen Dank! Die heimische Flora und Fauna entschädigte uns reichlich u.a. mit Nachweisen der Braunroten Stendelwurz, Segelfalter, Gämsen, Luchs und der ersten erfolgreichen Brut der Zaunammer bei Höfli in Lupsingen.

Die Jahresversammlung 2025 war mit fast 60 Mitgliedern sehr gut besucht – wir möchten uns in diesem Zusammenhang auch herzlich für das grosse Vertrauen bedanken, das ihr uns entgegengebracht habt. Dass ihr den Vorschlag, unseren Verein um die Gemeinde Lupsingen zu vergrössern und in «Naturschutz Seltisberg – Lupsingen» umzubenennen, einstimmig angenommen habt, freut uns ausserordentlich! Wir hoffen, dass sich weitere Mitglieder auch aus Lupsingen anschliessen werden und wir uns als Verein vermehrt auch in der Gemeinde Lupsingen aktiv für den Naturschutz einsetzen können – es ist mittlerweile schon einiges am Laufen! Den Abschluss der Jahresversammlung 2025 gestaltete Hanspeter Schwob, Mitglied des Naturschutzvereins Liestal, der uns seinen wunderschönen Naturfilm mit spektakulären und zeitlich aufwändig produzierten Aufnahmen der einheimischen Tierwelt zeigte.

Ganz bestimmt haben viele Menschen, die gerne Spaziergänge durch den Wald in unserer Region unternehmen, in der letzten Zeit wahrgenommen, dass sich der Wald wandelt und mit Sorge auf die vielen Fällungen der letzten Jahre geschaut. Am 22. März fand daher ein mit über 40 Personen sehr gut besuchter Anlass zum Thema Wald mit Balz Recher, Revierförster Riedbach, statt. Themen waren das Eschensterben durch Pilzbefall, die klimatischen Veränderungen, welche selbst die ziemlich resistenten Eichenbäume herausfordern, die lichtdurchfluteten Föhrenwälder zur Förderung von Wildorchideen und die Waldbewohner mit Streicheln verschiedener Felle – zur Freude der vielen teilnehmenden Kinder. Die Ausführungen von Balz Recher zeigten eindrücklich auf, wie wichtig die Bestrebungen vom Forst mit Fokus auf standortgerechte, klimaresistentere Baumarten sowie das Anlegen von vielfältig unterschiedlichen Waldhabitaten sind, um die Biodiversität auch in Zukunft zu erhalten und fördern. Den Abschluss der Exkursion bildeten das exakte Fällen einer Schwarzföhre mit Käferbefall mit anschliessend gemütlichem Beisammensein und Mittagessen im wunderschönen und äusserst naturnah gestalteten Privatgarten der NSL-Mitglieder Thomas und Beatrice Martin-Strub.

Etwa ein Dutzend Personen nahmen an der spontanen Morgenexkursion am 5. April teil. Diese startete in Lupsingen, führte durch Altholzwälder und die Buechhalde zurück nach Seltisberg. Gesichtet oder gehört wurden u.a. Rotdrosseln, Kleiber, Wald- und Gartenbaumläufer, Mittel- Schwarz, Grau- und Grünspechte, der seltene Wiedehopf, Heckenbraunelle und Sperber. Beim gemütlichen Znüni auf dem Rastplatz der Buechhalde hielten wir Ausschau nach weiteren Arten.

Ein nächstes Highlight unseres Vereinsjahres war die Fotoausstellung «Historisches Seltisberg» von Karl-Martin Tanner, welche im Mai 2025 im Gemeindezentrum Seltisberg stattfand. An derAusstellung wurden 68 von insgesamt über 800 zusammengetragenen und beschrifteten historischen Fotos des Dorfes aus dem vergangenen Jahrhundert gezeigt. Als Co-Träger und Organisator der Ausstellung war der NSL hocherfreut über das rege Interesse an der Ausstellung: über 100 Interessierte waren an der Vernissage anzutreffen und über 400 weitere Personen besuchten die Ausstellung. Ein grosses Dankeschön gilt allen, welche hier zum Gelingen beigetragen haben und Bahar für die Koordination.

Da die Gemeinden Lupsingen und Seltisberg im Mai eifrig Bewegungsminuten für das Coop-Gemeindeduell sammelten, bot der NSL am 17. Mai eine Spontanexkursion ins Riedbachtäli unter der Leitung von Simon Keller an. Rund 20 Personen nahmen bei schönem Wetter teil und hörten zwei Grauspechte, bestaunten viele Schmetterlinge und erfreuten sich an der Zauneidechsen-Populationen.

Der ganztägige Vereinsausflug führte dieses Jahr ins Naturschutzgebiet Wauwilermoos im Kanton Luzern. Ausgerüstet mit Feldstecker, Fernglas und eindrücklichen Kameras machte sich eine kleine, aber höchstinteressierte Gruppe auf die Suche nach Wasservögeln und Kiebitzen. Diese haben sich tatsächlich von ihrer schönsten Seite gezeigt – seien es die grossen, wunderschön im Flug rufenden Kiebitzschwärme mit über 40 Individuen, eine sich ausgiebig frei sitzend putzende Zwergdommel, die seltene Turteltaube, Rohrschwirl, Sumpf-, Teichrohrsänger, ein rufender Kuckuck, Goldammern oder Feldhasen, welche ebenfalls in diesem abwechslungsreichen Naturschutzgebiet unterwegs waren.

Die Zugvogelbeobachtung fand am 26. Oktober bei der Mehrzweckhalle in Seltisberg statt. Dank turbulentem Wetter gestaltete sich der Singvogelzug spektakulär: wegen starkem Gegenwind flogen die Kleinvögel nahe dem Boden und liessen sich somit sehr gut von Klein und Gross beobachten. Die Liste an Zugvögeln an diesem Tag ist imposant und umfasst auch einige bei uns nur selten gesichtete Arten wie Merlin, Wanderfalke und 5 Kraniche. Insgesamt wurden 45 verschiedene Vogelarten beobachtet.

Diverse Naturschutz-Einsätze fanden auch dieses Jahr statt, viele davon sind jährlich wiederkehrende Einsätze wie die Pflege von Gebieten rund um den Galms, die Pflege von Hecken und das Wässern von gewissen Ruderalstreifen, das Nistkastenputzen oder der Neophyten-Anlass der Bürgergemeinde Seltisberg auf der Buechhalde, bei welchem besonders viele Mitglieder unseres Vereins tatkräftig mitanpackten – herzlichen Dank für eure wertvollen Einsätze!

Auch das Artenförderprojekt unterhalb vom «Heime auf Berg» auf dem Land der Stiftung cura familia wurde weiter vorangetrieben: Die Teiche sind praktisch fertig gestellt, die gepflanzten Büsche und Bäume wachsen gut an und wir hoffen auf weiterhin regen Besuch durch Wildtiere. Kleine Bergmolche schlüpften bereits 2025 in den Teichen, wo auch diverse Vögel badeten und tranken. Rundherum flogen Schmetterlinge wie der Weisse Waldportier und besiedelten unzählige Heuschrecken die durch Tabea und Michael Haupt im August absichtlich spät und in Teilabschnitten geschnittenen Wiesen.

Ein kleiner Ausblick: aktuell ist die MerNaturNaturschutzbiologie GmbH, Therwil bei uns im Auftrag von Birdlife Schweiz aktiv und hat nach Aufruf vom NSL auch schon ein paar Adressen von Kulturlandeigentümern vermittelt erhalten, die sich bei uns am Artenförderprogramm für Gartenrotschwanz & Co. beteiligen möchten, wie bspw. unsere NSL-Mitglieder Ernst und Sibylle Rudin, die bereits in den Vorjahren mehrere Hochstämmer gepflanzt hatten. Weitere interessierte Landeigentümer dürfen sich gerne beim NSL-Präsidenten oder direkt bei MerNatur melden (Ursina Studer / Lukas Merkelbach), wenn sie kostenlos Bäume, Sträucher oder andere Kleinstrukturen auf ihren Landschaftsparzellen angelegt haben möchten. Ganz toll ist auch, dass wir das «Perlenketten»-Projekt für den gefährdeten Glögglifrosch vorantreiben können, teilweise auf denselben Grundstücken wie oben. «Im Grund» bei Seltisberg, unterstützt vom Ebenrain, der Bürgergemeinde und NUK Seltisberg, baggerte NSL-Neumitglied Niklaus Tanner zudem die einst ziemlich verlandeten Weiher neu aus, wo auch in jüngster Vergangenheit noch rufende Glögglifrösche bemerkt wurden mit Kontakt zu bestehenden Populationen im näheren Umfeld. Viele koordiniert miteinander arbeitende Hände bewirken Grosses!

Seltisberg, im Januar 2026 – der Vorstand des NVS

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